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Mit Alarmen arbeiten

Ein Alarm ist ein gespeichertes Ereignis: eine Regel hat festgestellt, dass ihre Bedingung an einem Signal erfüllt war. Er trägt einen Text, eine Kritikalität, einen Zeitpunkt und einen Bearbeitungsstatus — und er bleibt erhalten, auch wenn die Bedingung längst zurückgefallen ist oder die Regel gelöscht wurde.

Sie finden alle Alarme über den Menüpunkt Alarme.


Die Liste und ihre Filter

Über der Liste stehen die Filter. Sie wirken zusammen und bleiben als Ihre persönliche Einstellung erhalten:

FilterWirkung
SuchfeldFreitext über Signalname, Alarmtitel und Tags
StatusEiner der sechs Bearbeitungsstatus
SchweregradNiedrig, Mittel, Hoch, Kritisch
ZeitbereichLetzte Stunde, letzte 4 Stunden, letzter Tag, letzte Woche

Ein Zähler zeigt, wie viele Alarme die Filter übrig lassen („12 von 340"). So merken Sie, wenn ein gesetzter Filter mehr versteckt als beabsichtigt.

Zwei Begriffe für dieselbe Sache

Was die Alarmansicht Schweregrad nennt, heißt im Regelformular Kritikalität. Es ist dasselbe Merkmal mit denselben vier Stufen. Dieses Handbuch verwendet durchgängig Kritikalität.


Der Detailbereich

Ein Klick auf einen Alarm öffnet ihn in drei Abschnitten:

Meldung — Status und Kritikalität, der ausschlaggebende Wert („Auslösender Wert: 92") und die Handlungsanweisung: der Text, den die Regel für genau diesen Fall hinterlegt hat. Das ist der Teil, der eine Bereitschaft handlungsfähig macht, statt nur zu meckern.

Details — die Tags des Alarms sowie das Signal und das Asset, an dem er hängt, jeweils mit einem Sprung in den Explorer. Dazu die Regel, die ihn ausgelöst hat.

Notizen — alle Notizen, die beim Wechsel des Status hinterlegt wurden, mit Benutzername und Zeitpunkt.


Status: was ein Mensch mit dem Alarm gemacht hat

Über Status ändern setzen Sie den Bearbeitungsstand. Sechs Werte:

StatusBedeutung
NeuNoch niemand hat den Alarm angesehen. Der Anfangszustand jedes Alarms
BestätigtZur Kenntnis genommen
In BearbeitungJemand kümmert sich
BehobenDie Ursache wurde beseitigt
GeschlossenAbgeschlossen, keine weitere Bearbeitung
IgnoriertBewusst nicht bearbeitet, etwa ein bekannter Messfehler

Beim Wechsel können Sie eine Notiz hinterlegen — den Grund, die Maßnahme, eine Beobachtung. Das ist der einzige Weg, an einen Alarm eine Notiz zu schreiben, und der Grund, warum ein Statuswechsel selten überflüssig ist. Neu kann nicht wiederhergestellt werden; es ist der Anfangszustand, nicht ein Ziel.

Status und „geklärt" sind zwei verschiedene Dinge

Geklärt heißt: der Alarm steht nicht mehr an. Das entscheidet die Regel, nicht Sie.

Status heißt: was ein Mensch mit dem Alarm gemacht hat. Das entscheiden Sie.

Beide sind voneinander unabhängig. Ein Alarm kann geschlossen sein und die Bedingung weiter erfüllt — dann steht er noch. Und er kann längst geklärt, aber nie bestätigt worden sein. Ein Statuswechsel bringt keine Anlage in Ordnung, und ein Rückfall der Messwerte erledigt keine Bearbeitung.

Warum ein Alarm endete

Im Detailbereich steht unter dem Endzeitpunkt die Zeile „Beendet durch", sobald der Alarm nicht auf dem gewöhnlichen Weg zu Ende ging:

AngabeWas passiert ist
(keine Zeile)Die Bedingung ist zurückgefallen — die Anlage ist messbar wieder in Ordnung
Regel deaktiviertJemand hat die Regel abgeschaltet
Regel gelöschtDie Regel wurde entfernt
Objekt nicht mehr überwachtDas Signal ist aus der Zuordnung der Regel gefallen, etwa durch eine Ausnahme oder eine fehlende Eigenschaft
Objekt gelöschtDas Signal, auf dem der Alarm gemessen wurde, wurde entfernt

Nur die erste Zeile ist eine Aussage über die Anlage. Die übrigen vier besagen, dass nichts mehr da ist, was den Alarm klären könnte — nicht, dass die Störung vorbei wäre. Wer die Überwachung wieder einschaltet und dessen Bedingung weiterhin erfüllt ist, bekommt beim nächsten Lauf einen neuen Alarm; der alte bleibt als Historie stehen. Wer es veranlasst hat, steht als Notiz im Detailbereich des Alarms.


Der Alarmtext ist eine Momentaufnahme

Titel, Handlungsanweisung und der ausschlaggebende Wert werden einmal beim Auslösen berechnet und mit dem Alarm gespeichert. Zusätzlich wird ein Abzug der Regel festgehalten: Bedingung, Stufen, Entprellung, Parameter, Zeitbereich und Zeitplan, wie sie in diesem Moment galten.

Das hat eine wichtige Folge: ein später geänderter Grenzwert verändert alte Alarme nicht. Ein Alarm von vor zwei Jahren zeigt den Wert und den Text von damals, auch wenn die Eigenschaft am Standort seither dreimal angepasst und die Regel umgeschrieben wurde. Umgekehrt heißt das: was ein alter Alarm sagt, lässt sich aus der heutigen Regel nicht mehr nachrechnen — er ist der Beleg, nicht die Regel.

Eine gelöschte Regel nimmt ihre Alarme nicht mit. Sie bleiben mit Text und Abzug erhalten und verlieren lediglich den Verweis.


Alarme steigen in der Kritikalität, statt sich zu vervielfachen

Pro Regel und Signal gibt es höchstens einen offenen Alarm. Wird während eines offenen Alarms eine höhere Stufe erreicht, steigt die Kritikalität des bestehenden Alarms — es entsteht kein zweiter. Titel und Handlungsanweisung bleiben dabei die von der ersten Auslösung.

Auch ein Wiederauftreten kurz nach dem Zurückfallen erzeugt keinen neuen Alarm, solange die Abfallverzögerung noch läuft: der bestehende bleibt einfach offen. Das ist der Unterschied zwischen einer brauchbaren Alarmliste und einer Wand aus Wiederholungen.


Alarme im Zeitreihen-Plot

Ein Alarm ist an ein Signal gebunden und an einen Zeitraum — also an genau die zwei Achsen, die ein Zeitreihen-Diagramm hat. Deshalb sind Alarme dort sichtbar, wo die Messwerte stehen: im Explorer, in Dashboards und in Plot-Panels.

Der Schalter dafür steht neben dem Kommentar-Schalter über dem Diagramm. Er wirkt wie dieser als persönliche Einstellung — einmal eingeschaltet, zeigen alle Ihre Diagramme Alarme, bis Sie ihn wieder ausschalten.

Ein eingeschalteter Alarmschalter zeigt zwei Dinge:

  • eine eingefärbte Fläche über dem Verlauf, für die Zeit, in der der Alarm stand,
  • einen Balken unterhalb der Zeitachse, in derselben Farbe — auf derselben Höhe wie die Kommentar-Balken.

Die Farbe ist die Kritikalität: blau für Niedrig, gelb für Mittel, orange für Hoch, rot für Kritisch. Es sind dieselben vier Stufen wie in der Alarmliste.

Liegen ein Kommentar und ein Alarm im selben Zeitraum, wird der Kommentar-Balken über dem Alarm-Balken gezeichnet und dort schräg schraffiert, wo tatsächlich ein Alarm dahinter liegt — durch die Lücken der Schraffur scheint die Alarmfarbe durch. Wo kein Alarm dahinter liegt, bleibt der Kommentar-Balken durchgezogen: die Schraffur selbst ist die Aussage „hier steht zusätzlich ein Alarm".

Was die Darstellung bewusst zusammenfasst

Mehrere Regeln dürfen dasselbe Signal überwachen, und ihre Alarme dürfen sich zeitlich überlappen — anders als Kommentare, die sich nicht überlappen können. Übereinandergelegte halbtransparente Flächen ergäben aber nur Farbmatsch, und die dunkelste Stelle im Diagramm wäre dort, wo am meisten Regeln greifen, nicht dort, wo die Lage am schlechtesten ist.

Deshalb gilt an jeder Stelle der Zeitachse die höchste Kritikalität, die dort anliegt. Ein kritischer Alarm innerhalb eines niedrigen färbt seinen Abschnitt rot, davor und danach bleibt es blau.

Was diese Zusammenfassung wegnimmt, gibt der Hover zurück: fahren Sie über einen Balken, nennt die Karte den Alarm mit Titel, Kritikalität, Status, Grenzwertsatz und Zeitraum — und wie viele weitere Alarme an derselben Stelle liegen. Ein Klick öffnet den Detailbereich des Alarms.

Auf einer schraffierten Stelle — Kommentar über Alarm — zeigt der Hover beide Karten untereinander: den Kommentar oben, den Alarm darunter. Ein Klick dort gilt dem Kommentar, der oben liegt; den Alarm erreichen Sie über seine nicht überdeckten Abschnitte oder über die Alarmliste.

Ein stehender Alarm hat kein Ende

Ein Alarm, dessen Bedingung noch erfüllt ist, ist nicht geklärt und hat damit kein Endzeitpunkt. Seine Fläche läuft bis zum rechten Rand des angezeigten Zeitfensters, und sein Marker endet dort in einer Spitze statt in einer Kante. Das ist der Unterschied zwischen „steht noch an" und „endete genau am Fensterrand" — zwei Aussagen, die eine gerade Kante nicht auseinanderhalten könnte. Die Hover-Karte sagt es zusätzlich in Worten.

Die Fläche ist keine Aussage über die Datenqualität

Ein Alarm markiert eine Bedingung, keine fehlerhafte Messung. Wer Datenpunkte als ungültig kennzeichnen oder korrigieren will, tut das über Kommentare und Korrekturen — deshalb bleiben Kommentar und Alarm auch im Balken unterscheidbar: der Kommentar durchgezogen bzw. schraffiert obenauf, der Alarm farbig darunter.

Was im Plot nicht auftaucht

Ein Selbstalarm einer Regel trägt kein Signal und keinen Zeitraum an einer Anlage — er erscheint deshalb in keinem Diagramm. Wer ihn in der Alarmliste sieht und im Plot sucht, sucht vergeblich; der Detailbereich weist darauf hin.

Ebenso zeigt ein Diagramm nur Alarme der Signale, die es darstellt. Ein ausgeblendetes Signal (Klick in der Legende) nimmt seine Alarme mit.


Zustandsanzeige im Explorer

Im Explorer trägt jedes Element einen farbigen Punkt mit Zahl, wenn in seinem Teilbaum offene Alarme liegen — Farbe nach der höchsten Kritikalität, Zahl gleich der Anzahl. Der Tooltip nennt beides („Hoch · Offene Alarme: 3").

Deshalb sehen Sie einen Zustand auch an einem Standort oder einer Anlage, obwohl Regeln immer an Signalen greifen: der Zustand eines Knotens ist die Zusammenfassung dessen, was unter ihm liegt.

Elemente ohne offenen Alarm bekommen keinen Punkt — auch keinen grauen. Ein Baum voller grauer Punkte würde genau die wenigen verdecken, auf die es ankommt.


Alarme über eine Regel selbst

Ein Alarm ohne Signal und ohne Asset ist ein Selbstalarm: die Überwachung selbst hat mehrfach hintereinander kein Ergebnis geliefert — etwa weil die Datenquelle nicht antwortet oder die Bedingung eine Eigenschaft liest, die es nicht mehr gibt. Der Detailbereich weist darauf hin.

Er gehört zur Regel und zu keiner Stelle im Baum, erscheint deshalb auch nicht in der Zustandsanzeige des Explorers. Ein Selbstalarm ist kein Anlagenproblem, sondern eine Aufforderung, die Regel oder die Datenzufuhr anzusehen.

„Kein Alarm" ist nicht dasselbe wie „alles in Ordnung"

Eine Regel kann Objekte gar nicht auswerten — weil eine Eigenschaft fehlt oder keine Messreihe hinterlegt ist. Solche Objekte sind still ausgeschlossen und stehen in der Prüfansicht der Regel, nicht in der Alarmliste. Wer sich darauf verlässt, dass eine leere Alarmliste Entwarnung bedeutet, sollte diese Liste kennen: Welche Objekte überwacht werden.