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Kommentare und Korrekturen

In der hetida platform können Benutzer Zeitreihendaten mit Kommentaren versehen und durch Operationen nachvollziehbar korrigieren. Beide Konzepte beziehen sich immer auf ein definiertes Zeitintervall eines Signals und werden gemeinsam im sogenannten Layer-Modell gespeichert.

Das Grundprinzip: Originaldaten werden niemals physisch überschrieben. Stattdessen werden Korrekturen als zusätzliche Ebenen (Layer) über den Originaldaten abgelegt. In Verbindung mit dem Betrachtungszeitpunkt lässt sich so jederzeit der exakte Datenzustand zu einem beliebigen Zeitpunkt in der Vergangenheit rekonstruieren — mit oder ohne die zwischenzeitlich vorgenommenen Korrekturen.


Kommentare

Ein Kommentar ist eine Textannotation, die einem bestimmten Zeitintervall an einem Signal zugeordnet wird. Er dient dazu, eine Datensituation zu beschreiben, für Kollegen sichtbar zu machen oder für spätere Analysen zu referenzieren — etwa um auf eine bekannte Störung, eine Wartungsmaßnahme oder eine auffällige Messsituation hinzuweisen.

Kommentare sind in allen Ansichten sichtbar, in denen das betreffende Signal dargestellt wird: im Explorer, in Dashboards und in Plot-Panels.

Wichtige Eigenschaften:

  • Ein Kommentar ist Pflicht beim Anlegen eines Eintrags — er kann nicht leer gespeichert werden.
  • Der Kommentar dokumentiert, warum ein Eintrag vorgenommen wurde, und bildet damit die Grundlage für das Audit-Log.
  • Kommentare können nachträglich nicht zeitlich verkleinert werden; eine Erweiterung des Zeitbereichs ist möglich, solange noch keine Datenoperationen am Eintrag vorgenommen wurden.

Operationen

Neben dem reinen Kommentar können innerhalb desselben Eintrags bis zu drei Operationen auf Datenpunkte kombiniert werden:

Invalidieren (Entfernen)

Datenpunkte innerhalb des gewählten Zeitintervalls werden als ungültig markiert. Sie sind in Diagrammen nicht mehr sichtbar und fließen nicht mehr in Berechnungen ein. Aus Anwendersicht entspricht das dem Entfernen der Datenpunkte.

Ersetzen (Korrekturwerte)

Einzelne oder mehrere Datenpunkte werden durch korrigierte Werte ersetzt. Die neuen Werte werden in Diagrammen angezeigt und fließen in Berechnungen ein. Die ursprünglichen Werte bleiben im System erhalten und sind über den Betrachtungszeitpunkt weiterhin zugänglich.

In späteren Ausbaustufen werden Ersatzwertverfahren angeboten, z. B. konstanter Wert mit definierbarer Frequenz oder lineare Interpolation zwischen zwei Stützpunkten.

Hinzufügen (Ersatzwerte)

Neue Datenpunkte werden einem Signal hinzugefügt, etwa um Datenlücken zu schließen. Die hinzugefügten Punkte sind in Diagrammen sichtbar und fließen in Berechnungen ein.

Die drei Operationen können innerhalb eines Eintrags kombiniert werden; die Reihenfolge der Anwendung ist fest: zuerst Entfernen, dann Hinzufügen, dann Ersetzen.


Das Layer-Modell

Jeder Eintrag (Kommentar mit oder ohne Operationen) wird als Layer gespeichert. Ein Layer beschreibt:

  • das betroffene Zeitintervall
  • den Zeitpunkt der Erstellung (CreateDate)
  • den ausführenden Benutzer
  • welche Arten von Operationen enthalten sind (Datenpunkte entfernt, hinzugefügt, geändert)

Keine Überlappungen: Es ist nicht möglich, zwei Layer anzulegen, deren Zeitintervalle sich überschneiden. Das verhindert unübersichtliche Datenzustände und macht das Verhalten bei der Anzeige vorhersehbar.

Rücknahme: Ein Layer kann vollständig zurückgenommen werden (kein physisches Löschen). Beim Rückgängigmachen wird der ursprüngliche Datenzustand für das betroffene Intervall wiederhergestellt. Auch die Rücknahme wird mit Zeitstempel und Benutzer protokolliert.


Interaktion mit dem Betrachtungszeitpunkt

Kommentare und Operationen sind eng mit dem Betrachtungszeitpunkt (Zeitreise) verknüpft. Ob ein Layer wirksam ist, hängt davon ab, wann er erstellt wurde:

SituationAnzeige
Betrachtungszeitpunkt ≥ Erstellungszeitpunkt des LayersLayer ist aktiv: Korrekturen und Kommentare sind sichtbar
Betrachtungszeitpunkt < Erstellungszeitpunkt des LayersLayer ist inaktiv: Daten werden im Originalzustand angezeigt

Das bedeutet: Wenn man mit der Zeitreise in einen Zeitpunkt vor einer Korrektur navigiert, werden die Originaldaten ohne die spätere Korrektur angezeigt — genau so, wie die Daten damals sichtbar waren.

Einschränkung: Solange ein Betrachtungszeitpunkt aktiv ist, können keine neuen Einträge erstellt werden. Die entsprechende Schaltfläche ist deaktiviert.


Erstellung im UI

Das Anlegen eines Eintrags folgt einem festen Ablauf:

  1. Zeitbereich aufziehen — Im Plot-Bereich des Signals oder Dashboards einen Bereich markieren, der das betroffene Zeitintervall umfasst.
  2. Kommentar verfassen — Im Dialogfenster einen erklärenden Text eingeben (Pflichtfeld).
  3. Datenpunkte konfigurieren — Optional: Im Reiter „Daten" einzelne Datenpunkte auswählen und invalidieren, ersetzen oder neue Punkte hinzufügen.
  4. Speichern — Der Speichern-Button ist erst aktiv, wenn ein Kommentar eingegeben wurde.

Alle angelegten Einträge sind im Kommentarbereich des Signals aufgelistet. Dort ist auch erkennbar, welche Operationstypen ein Eintrag enthält.