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Metriken

Eine Metrik ist eine gespeicherte Zeitreihe: die Zuordnung zwischen ihrem Namen — der externen ID — und der Kennung, unter der die Zeitreihendatenbank die Werte hält. Ein Signal verweist auf genau eine Metrik; mehrere Signale dürfen sich eine teilen, etwa für verschiedene Aggregationen.

Unter Verwaltung → Daten → Metriken sehen Sie diesen Bestand so, wie er ist — unabhängig davon, ob ein Signal darauf zeigt. Das ist der Zweck der Ansicht: Metriken entstehen an mehreren Stellen und nicht alle bekommen je ein Signal.

Wo verwaiste Metriken herkommen

Eine Metrik ohne Signal ist kein Fehler, sondern ein normaler Zwischenzustand. Sie entsteht unter anderem so:

  • Daten kommen vor dem Signal an. Sendet ein Gerät über MQTT einen neuen Namen, legt die Plattform die Metrik beim ersten Wert an. Erst danach ordnet jemand ihr ein Signal zu — siehe Eingangsdaten.
  • Ein Formular wurde gelöscht. Die Metrik, die die Plattform für dessen Eingabefeld angelegt hat, bleibt mitsamt ihren Werten bestehen.
  • Eine Quelle wurde abgeschaltet. Das Signal wurde entfernt, die Zeitreihe liegt weiter in der Datenbank.

In allen drei Fällen belegen die Daten weiter Platz, ohne dass sie noch jemand abruft.

Die Spalten der Übersicht

SpalteBedeutung
NameDie externe ID der Metrik. Sie stammt aus der Datenquelle und ist je Mandant eindeutig.
UrsprungWoher die Daten kommen: MQTT, OPC UA, Import, Formular, virtuelles Signal, intern oder unbekannt.
SignaleDie Signale, die diese Metrik lesen — als Verweis in den Explorer. Leer bedeutet: verwaist.
DatenpunkteWie viele Werte für diese Metrik gespeichert sind.
Neue DatenpunkteWie viele davon in den letzten sieben Tagen vor dem Lauf hinzugekommen sind.
Erster Wert / Letzter WertZeitstempel des ältesten und des jüngsten gespeicherten Werts — auch dann, wenn er in der Zukunft liegt.
BerechnetWann die Statistiken zuletzt ermittelt wurden.
ErstelltWann die Metrik angelegt wurde.

Warum zwei Zahlen — Größe und Zuwachs

Die Menge allein sagt nicht viel. Eine Reihe mit Millionen Werten, in die seit Jahren nichts mehr fließt, kostet Platz, aber sie wächst nicht; eine kleine Reihe, die jede Minute einen Wert bekommt, ist in einem halben Jahr die größere.

Deshalb stehen beide Zahlen nebeneinander:

  • Datenpunkte ist die Größe: wie viel bereits da ist.
  • Neue Datenpunkte ist der Zuwachs: wie viel davon in den sieben Tagen vor dem letzten Lauf dazugekommen ist.

Null neue Datenpunkte ist die interessanteste Angabe der Tabelle. Sie bedeutet, dass in diesem Zeitfenster kein Wert mit einem Zeitstempel darin gespeichert wurde. Meist heißt das: die Quelle liefert nicht mehr.

Sortieren Sie nach Neue Datenpunkte absteigend, sehen Sie, welche Reihen am schnellsten wachsen; sortieren Sie aufsteigend, stehen die Kandidaten für eine Stilllegung oben.

Null ist ein Hinweis, kein Beweis

Gezählt wird nach dem Zeitstempel des Werts, nicht nach dem Zeitpunkt des Schreibens. Zwei Fälle liefern deshalb null, obwohl Daten eingehen:

  • Die Quelle datiert in die Zukunft. Solche Werte liegen außerhalb des Fensters und zählen nicht mit — erkennbar daran, dass Letzter Wert in der Zukunft liegt.
  • Historie wird nachgeladen (OPC-UA-Historienabruf, CSV-Import, Nachlieferung). Die Werte tragen alte Zeitstempel und fallen ebenfalls nicht ins Fenster.

Prüfen Sie deshalb vor einer Löschung zusätzlich Letzter Wert und ob ein Signal auf die Metrik zeigt. Aus derselben Ursache können sich beide Spalten scheinbar widersprechen: ein Letzter Wert Monate in der Zukunft neben null neuen Datenpunkten ist genau dieser erste Fall.

Was gezählt wird, sind gespeicherte Werte

Die Zeitreihendatenbank überschreibt nichts: wird ein Wert nachträglich korrigiert, kommt eine Zeile hinzu und die alte bleibt liegen. Die Zählung unterscheidet das nicht — ein zweimal geschriebener Wert zählt zweimal, und ein für ungültig erklärter zählt weiter mit. Beim Abruf der Zeitreihe erhalten Sie trotzdem nur die jeweils gültige Fassung; die Statistik beschreibt den Speicher, nicht die Leseansicht.

Die Unterscheidung nachzurechnen würde bedeuten, jede Zeile jeder Metrik zu sortieren — auf einer Datenbank mit hunderten Millionen Zeilen ein Vielfaches dessen, was das Zählen kostet. Für eine Größenangabe ist der Unterschied nicht wichtig; wo er es ist, liegt er ohnehin im Bereich der Nachkorrekturen, die eine Quelle geliefert hat.

Die Zahlen sind ein Stand, kein Livewert

Gezählt wird über die Datenbank, nicht bei jedem Öffnen der Tabelle. Die Werte werden deshalb im Voraus berechnet und gespeichert, und die Spalte Berechnet sagt Ihnen, wie alt sie sind — ohne diese Angabe sähe eine Zahl von letzter Nacht genauso aus wie eine von eben.

Steht in der Spalte Berechnet der Hinweis, dass noch nie gerechnet wurde, ist das etwas anderes als eine Metrik ohne Werte: im ersten Fall war die Berechnung noch nicht bei ihr, im zweiten war sie da und hat nichts gefunden.

Statistiken aktualisieren

Es gibt drei Wege, und sie unterscheiden sich in Umfang und Anlass:

WegWann sinnvoll
Nächtlicher LaufGeschieht von selbst und deckt alle Metriken ab. Sie müssen nichts tun.
Statistiken aktualisieren in der KopfzeileNach einem größeren Import oder wenn Sie den ganzen Bestand frisch beurteilen wollen. Der Lauf arbeitet im Hintergrund; solange er läuft, ist der Knopf gesperrt.
Knopf in der Spalte BerechnetWenn Sie nur zu einer einzelnen Metrik den aktuellen Stand brauchen. Antwortet sofort.

Scheitert ein Lauf — etwa weil die Zeitreihendatenbank nicht erreichbar war —, steht der Grund neben dem Knopf in der Kopfzeile. Die angezeigten Zahlen bleiben dann die des letzten erfolgreichen Laufs.

Signal zu einer Metrik anlegen

Zu einer Metrik ohne Signal bietet die Spalte Signale die Aktion Signal anlegen an. Im Dialog legen Sie fest:

  • den Ablageort — das Asset, unter dem das Signal entsteht,
  • Name und Beschreibung,
  • Werttyp, Messgröße, Einheit und Aggregationstyp.

Eine Abrufkonfiguration gibt es hier bewusst nicht: Abrufmethode und -intervall betreffen nur Quellen, die aktiv abgefragt werden. Eine Metrik, in die per MQTT oder Import geschrieben wird, wird nicht abgerufen.

Nach dem Anlegen erscheint das Signal in derselben Zeile als Verweis in den Explorer. Die Metrik selbst bleibt unverändert — insbesondere behält sie ihre Daten und ihren Namen.

Nicht bei jeder Metrik möglich

Zu Metriken mit dem Ursprung Formular, virtuelles Signal oder intern lässt sich kein Signal anlegen. Diese hat die Plattform für genau ein Signal angelegt, und ein neues Signal käme nie wieder von ihr los.

Das Löschen ist davon unabhängig: eine Formular- oder Virtuelles-Signal-Metrik, deren Signal entfernt wurde, lässt sich sehr wohl löschen — sie gehört zu etwas, das es nicht mehr gibt, und genau dafür ist diese Ansicht da.

Metriken löschen

Markieren Sie eine oder mehrere Zeilen und wählen Sie Löschen. Der Vorgang läuft im Hintergrund; solange er dauert, ist die Zeile als wird gelöscht gekennzeichnet.

Die Daten kommen nicht zurück

Gelöscht werden die Zeitreihendaten selbst, nicht nur der Eintrag. Es gibt keinen Papierkorb und keine Wiederherstellung.

Die Metrik dagegen kann wieder auftauchen: Sendet die Quelle weiter, legt die Plattform sie beim nächsten Wert erneut an — unter neuer Kennung und ohne die alte Historie. Wenn Sie eine Metrik dauerhaft loswerden wollen, schalten Sie zuerst die Quelle ab.

Wann das Löschen abgelehnt wird

Nicht jede Metrik lässt sich entfernen. Die Ablehnung nennt jeweils, was die Metrik festhält:

GrundWas zu tun ist
Ein Signal liest die MetrikLöschen Sie zuerst das Signal. Bei einem bereits gelöschten Signal gilt die Metrik wieder als verwaist.
Ein OPC-UA-Knoten ist zugeordnetDie Zuordnung besteht, seit die Variable einem Signal zugeordnet wurde. Die Meldung nennt Server und Knoten-ID.
Die Plattform pflegt die Metrik selbstUrsprung intern: die Plattform legt sie beim nächsten Schreibvorgang sofort wieder an, ein Löschen erreicht also nichts.
Es läuft bereits ein LöschvorgangWarten Sie ihn ab.

Bei einer Mehrfachauswahl werden die löschbaren Metriken entfernt und die übrigen einzeln mit ihrem Grund gemeldet — Sie müssen die Auswahl also nicht vorher bereinigen.

Wenn ein Löschvorgang scheitert

Dann bleibt die Zeile mit dem Hinweis Löschen fehlgeschlagen stehen; die Ursache steht im Tooltip. Die Daten werden vor der Metrik entfernt, das heißt: was übrig bleibt, ist eine Metrik, die möglicherweise einen Teil ihrer Daten verloren hat. Ein erneutes Löschen führt den Vorgang zu Ende.

Freigewordener Speicher

Der Platz steht der Datenbank danach wieder zur Verfügung, die Dateien auf der Festplatte werden dadurch aber nicht kleiner. Das ist normales Verhalten von PostgreSQL; die Größe sinkt erst bei einer Reorganisation durch den Betrieb.