Zustandsüberwachung
Die Zustandsüberwachung beantwortet eine einzige Frage automatisch und rund um die Uhr: Ist an einem Signal etwas passiert, das jemand wissen muss? Sie prüfen dafür nicht selbst Diagramme, sondern hinterlegen einmal eine Regel — und die Plattform wertet sie in einem festen Rhythmus aus und legt bei einem Treffer einen Alarm an.
Die Kette in einem Satz
Eine Regel besteht aus einer Bedingung und einem Zeitplan. Zu jedem Zeitpunkt des Zeitplans läuft sie einmal, liest für jedes überwachte Signal einen Zeitbereich („das Fenster") und prüft die Bedingung darauf. Ist sie erfüllt, entsteht ein Alarm; fällt sie zurück, wird er geklärt.
Regel ──(Zeitplan)──▶ Lauf ──(Fenster je Signal)──▶ Bedingung ──▶ Alarm
│ │
└── überwachte Objekte (Selektor + Handauswahl) Status, Notizen, Historie
Vier Begriffe, die im ganzen Kapitel wiederkehren:
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Regel | Bedingung, Zeitplan, Fenster, Entprellung, Texte und die Angabe, welche Objekte sie überwacht — alles in einem Objekt |
| Lauf | Eine Ausführung der Regel zu einem Zeitpunkt des Zeitplans, für alle überwachten Objekte gemeinsam |
| Fenster | Der Zeitbereich, den ein Lauf betrachtet, relativ zum Ausführungszeitpunkt (etwa „die letzten 15 Minuten") |
| Alarm | Das Ergebnis: ein gespeichertes Ereignis mit Text, Kritikalität, Zeitpunkt und Bearbeitungsstatus |
Wo Sie die Funktion finden
Zwei Einträge im Hauptmenü, beide für jeden angemeldeten Benutzer erreichbar:
- Alarme — die Ergebnisse: Liste aller Alarme, Filter, Detailansicht, Bearbeitungsstatus. Das ist die Seite für den Alltag.
- Alarmregeln — die Konfiguration: Regeln anlegen, prüfen, gegen die Historie testen, aktiv oder inaktiv schalten.
Zusätzlich zeigt der Explorer an jedem Element einen Zustandspunkt, wenn darunter offene Alarme liegen.
Die Zustandsüberwachung hat keine separate Administratorrolle: jeder Benutzer darf Regeln anlegen, bearbeiten und löschen, und eine Regel kann prinzipiell den gesamten Baum überwachen. Prüfen Sie vor dem Speichern die Trefferliste — siehe Welche Objekte überwacht werden.
Was die Plattform damit kann
- Grenzwerte über- und unterschreiten — mit eigenem Grenzwert je Standort oder Anlage, ohne die Regel zu vervielfachen.
- Mehrere Kritikalitätsstufen in einer Regel — dieselbe Größe „hoch" ab dem einen, „kritisch" ab dem anderen Wert.
- Aggregate über ein Fenster — Mittelwert, Maximum, Median, Standardabweichung, Quantil, Steigung und weitere. Nicht nur der letzte Messwert.
- Datenausfälle erkennen — kein Wert im Fenster oder eine Lücke über einer erlaubten Länge.
- Fehlalarme unterdrücken — Anhebe- und Abfallverzögerung, eine eigene Rückfallbedingung für echte Hysterese, eine Toleranz gegen Lücken in den Daten.
- Vor der Inbetriebnahme ausprobieren — eine Vorschau spielt die Regel über einen historischen Zeitraum nach und zeigt, welche Alarme entstanden wären.
- Sich selbst überwachen — liefert eine Regel mehrfach hintereinander kein Ergebnis, meldet sie das als Alarm über sich selbst.
Abgrenzung zu ähnlichen Funktionen
| Funktion | Wofür | Unterschied |
|---|---|---|
| Zustandsüberwachung (dieses Kapitel) | Dauerhafte, automatische Überwachung mit Alarmen und Bearbeitungsstatus | Läuft nach Zeitplan, erzeugt gespeicherte Ereignisse |
| Grenzwerte am KPI-Panel | Farbige Hervorhebung eines Zahlenwerts im Dashboard | Rein visuell, nur beim Ansehen, kein Alarm, keine Historie |
| Workflows im hetida designer | Beliebig komplexe Berechnungen und Analysen | Erzeugt Zeitreihen und Ergebnisse, keine Alarme dieser Funktion |
| Kommentare am Signal | Menschliche Notizen an einer Zeitreihe | Manuell, ohne Bedingung |
Grenzen dieser Fassung
Die Funktion ist vollständig nutzbar, aber einige naheliegende Erwartungen erfüllt sie noch nicht. Das ist hier bewusst aufgeführt, damit Sie nicht danach suchen:
| Erwartung | Stand |
|---|---|
| Benachrichtigung per Mail oder in einen Kanal | Gibt es nicht. Alarme entstehen und sind in der Oberfläche sichtbar, sie werden nirgends hin verschickt. Das Regelfeld Benachrichtigungspause wird gespeichert, hat aber keine Wirkung |
| Alarme im Zeitreihendiagramm markiert | Noch nicht umgesetzt |
| Geklärte Alarme in der Liste erkennbar | Die Liste unterscheidet noch nicht sichtbar zwischen einem stehenden und einem zurückgefallenen Alarm |
| „Alarme dieser Regel" als gefilterte Liste | Der Knopf in der Alarmansicht öffnet die Regelliste, filtert aber noch nicht |
| Regeln, die auf dem Ergebnis eines designer-Workflows arbeiten | Vorgesehen, aber noch nicht verfügbar; solche Regeln werden beim Speichern abgewiesen |
| Regelvorlagen selbst anlegen | In der Oberfläche können Sie Vorlagen nur verwenden und löschen, nicht erstellen |
Der Ausführungsrhythmus läuft in UTC, der Zeitbereich in der eingestellten Zeitzone. Das ist so gewollt und keine Lücke: Ein Zeitplan ist eine Maschinenkadenz und bleibt in UTC über das ganze Jahr vergleichbar, ein Zeitbereich beschreibt einen Tag, wie Menschen ihn erleben. Was das für eine Regel „täglich um 6:00" bedeutet, steht unter Zeitplan, Fenster und Entprellung.
Weiter im Kapitel
- Mit Alarmen arbeiten — die Alarmliste, Status und Notizen
- Regeln anlegen und pflegen — das Regelformular Feld für Feld
- Welche Objekte überwacht werden — Selektor und dynamische Eigenschaften
- Zeitplan, Fenster und Entprellung — die Zeitlogik
- Ausdrücke — die vollständige Referenz aller Variablen und Funktionen
- Beispiele und Fehlersuche — fertige Regeln und was zu prüfen ist, wenn es nicht tut